Wissen braucht Vernetzung

Wissen alleine reicht nicht aus. Es brauch neue Formen der Vernetzung, um Wissen und Fähigkeiten weiterentwickeln zu können. Es brauch Zugänge, die offen sind für neues und bereit sind, einen Transfer zu leisten. Sonst bleibt das Wissen eingeschlossen. Eingeschlossen in einem Raum, den viele nicht zu öffnen im Stande sind.

Das Wissen der Menschen. Viele hatten den Traum, das Wissen in irgendeiner Form zu vereinen.

Die British Library, die größte Medienbibliothek der Welt und die Library of Congress, die größte Buchbibliothek der Welt, vereinen gemeinsam mehr als 300 Millionen Medieneinheiten. Dazu kommen noch mal mehr als 50 Millionen Bücher.
Legt man die Regalbretter in der Washingtoner Library of Congress zusammen, könnte man darüber getrost von Kiel bis nach München fahren.

Und trotzdem reicht der Platz nichts aus. Denn das Wissen, das in all diesen Werken schlummert, ist dynamisch. Es entwickelt sich weiter, breitet sich aus, schafft neue Zugänge. Es ist wie ein Maulwurf, der sich den Weg bahnt und alles zur Seite schiebt was ihm begegnet. Bis er auf einen Knotenpunkt trifft, woraus sich ein neuer Weg ergibt.


ALLE 5 JAHRE VERDOPPELT SICH UNSER WISSEN

1963 erschien in den USA eine Arbeit von Derek de Solla Price namens „Little Science – Big Science“. Sein Ziel bestand darin, dass weltweite Wissen zu quantifizieren. Dafür nutze er die Anzahl an Originalveröffentlichungen in Fachzeitschriften. Aktuellere Schätzungen gehen davon aus, dass sich das Wissen der Welt sogar etwa alle fünf bis zwölf Jahre verdoppelt, wobei sich diese Rate noch beschleunigt.
Doch was bringt uns diese stetige Vermehrung des Wissens?

Manch einer wird sagen, mehr Wissen bedeutet mehr Möglichkeiten. Aber stimmt das?
Setzt „Wissen“ nicht auch „Verstehen“ voraus?

Was wäre ein Unternehmen mit einem großen Tank an Wissen ohne das Anwendungsgebiet für dieses Wissen zu kennen? Vermutlich ein „zerschlagener Haufen“, wo jeder in einer andere Richtung läuft.


WISSEN BRAUCHT VERNETZUNG

Schon Aristoteles hatte mit seiner Summierungstheorie die These aufgestellt, dass die Entscheidung einer größeren Gruppe besser sein kann als die einiger weniger Experten. Später wurde genau dieses Phänomen als „Kollektive Intelligenz“ oder auch „Schwarmintelligenz“ bezeichnet. Redakteure wie James Surowiecki von „The New Yorker“ beschäftigten sich in ihren Büchern wie „Die Weisheit der Vielen – weshalb Gruppen klüger sind als Einzelne“ genau mit diesen Fragestellungen. So prägte 2008 der „WIRED-Magazine“ Journalist Jeff Howe den Begriff „Crowdsourcing“. Sein gleichnamiges Buch schoss in die Bestsellerlisten und das Thema erhielt Einzug in die Chefetagen.
Auch aus diesem Wissen ergaben sich neue Schnittstellen, die viele Unternehmen für sich zu nutzen versuchten.


LASS UNS DIE ZUKUNFT VORHERSAGEN

Was wäre wenn? Vielen Menschen, egal ob Profisportler oder Wirtschaftslenker geht diese Frage durch den Kopf. Und obgleich sie die genaue Antwort nicht kennen, wägen sie ab. Ob bewusst oder unbewusst definieren sie Risikofaktoren. Sie ziehen Entscheidungen aus der Vergangenheit zur Rate. Nur, um ein Stückchen mehr an Sicherheit zu gewinnen.

Für den Menschen ist die Verarbeitung des Wissens ein ganz normaler Lernprozess.
Anthony Goldbloom ist einer dieser Menschen, der sich die Frage gestellt hat und sie weiterentwickelte. 2008 gewann der damals Mitte 20 einen Aufsatzwettbewerb im „The Economist“ zum Thema Big Data. Sein Ziel war es, eine Plattform zu entwickeln, die das geballte Wissen der Menschen nicht sammelt, sondern es entschlüsselt.
Eine Plattform, wo Mathematiker, Informatiker, Statistiker und Datenwissenschaftler gegeneinander und miteinander antreten, um Rechenmodelle für Prognosen zu prognostizieren.
Die Plattform, die auf den Namen „Kaggle“ hört, begeisterte nicht nur die Gründer, sondern auch die Investoren, wie unter anderem den Fonds der Universität von Standford oder Hal Varian, den Google-Chef-Economist. Sie alle reizte es, die Dinge die da kommen, hervorsagen zu können.


WANN WERDEN SIE DAS NÄCHSTE MAL IM KRANKENHAUS SEIN

Identify patients who will be admitted to a hospital within the next year using historical claims data.

3.000.000 US Dollar konnte derjenige gewinnen, der bis Ende 2012 dem US-Versicherungsunternehmen „Heritage Provider Network“ am genauesten voraussagen konnte, welcher Patient im nächsten Jahr wann ins Krankenhaus kommt. Dafür stellte man den Teilnehmern Patienten- und Medizindaten zur Verfügung. (Quelle: http://www.heritagehealthprize.com/c/hhp)
Weit mehr als 35.000 Lösungsvorschläge wurden eingereicht, in denen Algorithmen entwickelt wurden, um die potenziell „gefährdeten“ Patienten zu bestimmen.

Für die Versicherungsfirma war das ganze eine lukrative Investition. Schließlich werden in den USA laut Studien mehr als 30 Milliarden US Dollar pro Jahr für unnötige Krankenhausaufenthalte ausgegeben. (Quelle: http://www.heritagehealthprize.com/news)


DEMOKRATISIERUNG DER IDEEN

Procter & Gamble stand vor einigen Jahren vor einem ähnlichen Problem. 27.000 Patente, von denen nur rund 10% genutzt werden. Trotzdem gab man im Jahr rund 1 Mrd. US Dollar für den Bereich Forschung und Entwicklung aus. Eine Lösung musste her, die sowohl die Kosten senkte, als auch das Wissen und Know How des Unternehmens förderte.

A.G. Lafley, heutiger Chairman von P&G entschied sich dazu, seine Patente jedem auf der Welt frei zugänglich zu machen.

„Jemand außerhalb des Unternehmens kennt vermutlich das Problem für ihre Lösungen“

So fand man für die Marke Pringles beispielsweise einen Fabrikanten im Herzen Italiens, der es ihnen ermöglichte, für eine Aktion Superhelden auf Pringles Chips zu drucken.

P&G konnte dadurch nicht nur wesentlich Kosteneffizienter, sondern auch viel schneller produzieren und die Idee in die Realität umsetzen.

Und der kleine Bäcker aus Italien backt seitdem weitaus größere Brötchen.

(Quelle: Wikinomics – How mass collaboration changes everything, Don Tapscott)

NUTZEN SIE DIE NEUE WÄHRUNG

Informationen und Daten sind heute so kostbar wie nie zuvor. Sie beinhalten Wissen, welches die Chance bietet, sich mit anderem Wissen zu vernetzen. Diese Vernetzung des Wissens schafft neue Zugänge und löst vielleicht sogar ihre Problemstellungen.
Dafür bedarf es Offenheit und Transparenz. Gegenüber Mitarbeitern und der Öffentlichkeit.

Wir haben daher noch 10 Empfehlungen für sie, wie sie ihr persönliches Wissen und das des Unternehmens fördern, herausfordern und wertvoller werden lassen können.

 

– Schaffen sie einen Austausch unter den Mitarbeiten

– Geben sie Anreize, dass eigene persönliche Wissen mit einzubringen

– Zeigen sie Möglichkeiten, was vernetztes Wissen bewirken kann

– Fördern sie den Wissenstransfer durch alle Hierarchien

– Vernetzen sie das Wissen über Fachbereiche hinweg

– Achten sie auf Trends, die andere Branchen bewegen

 

– Geben sie Freiheiten, auch mal was auszuprobieren

– Geben sie Feedback, um den Weiterentwicklungsprozess zu stärken

– Schaffen sie Zugänge, die ihren Mitarbeitern sonst versperrt bleiben

– Seien sie offen für neues.

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