Own a minute in a consumer´s life every day

Soll der damalige Chairman und CEO von P&G, A.G. Lafley mal gesagt haben. Klingt machbar, vor allem dann, wenn man der größte Werbetreibende der Welt ist. Doch die Erde dreht sich rasant weiter und mit jeder neuen Entwicklung hat man das Gefühl, dass die zentrifugale Kraft zunimmt und uns handlungsunfähig macht.

Ein Strudel aus Information

Wir werden nicht mehr von Informationen informiert und inspiriert, nein, wir werden überschüttet. Über 90 Prozent der Deutschen sind mittlerweile gelegentlich Online. Täglich sind etwa drei Viertel der Bevölkerung online unterwegs (ARD/ZDF Online Studie). Und das, obwohl wir immer noch keine 100% Netzabdeckung in Deutschland vorweisen können und einige der Nutzer sicherlich mit einem „E“ vorlieb nehmen müssen …

Auch die tägliche Nutzungszeit im Internet stieg 2018 weiter. Sie lag bei 196 Minuten (3:16 Stunden), das sind im Vergleich zum Vorjahr 47 Minuten mehr. Bei den unter 30-Jährigen beträgt sie knapp sechs Stunden. Jetzt stellen wir uns mal vor, dass diese Personen im Durchschnitt 6-8 Stunden schlafen, 8 Stunden arbeiten und 1-2 Stunden für die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit aufwenden … Viel bleibt da nicht mehr übrig.

Crossfunktionale Nutzung

Aber zum Glück gibt es ja unsere mobilen Alleskönner. Denn sechs Stunden im Netz unterwegs zu sein heißt ja nicht, dass man nicht auch was anderes nebenbei machen könnte. Arbeiten zum Beispiel, oder Sport. Das zeigen vor allem die Statistiken, wenn man sich mal vor Augen führt, was innerhalb von 60 Sekunden so im Netz passiert.

Und irgendwie sollte man sich die Aussagen von A.G. Lafley noch einmal vor Augen führen. Denn ganz ehrlich gesagt … einfach klingt das nun nicht mehr, sich in diesem Strudel von Informationen als Kommunikator, Marketer etc durchzusetzen.

Was in 60 Sekunden im Internet passiert

Oft klingen die Nutzungszahlen illusorisch … man hat keine Einordnungsmöglichkeit und keinen Vergleichswert … Wenn man die Werte aber Schwarz auf Weiß, oder Weiß auf Bunt sieht, bekommt man ein Gefühl für die Masse und Dynamik. Und irgendwo dazwischen ist unser Tweet und dieser Blogbeitrag.

Bei Google werden alleine 3.8 Millionen Suchanfragen pro Minute gestartet. Wenn man sich nun vorstellt, dass Google-Mutter Alphabet 2018 über 30 Milliarden US-Dollar Reingewinn erzielte, und insgesamt 136,8 Milliarden Dollar Umsatz, 23 Prozent mehr als 2017, weiß man wo dieser zum Teil herkommt.
Satte 90 Prozent der Umsätze generiere Google nach wie vor durch Online-Werbung. Bei 3,45 Milliarden Suchanfragen am Tag und 86 Prozent, die sich nur auf Googles Erster Ergebnisseite tummeln kommt schon was zusammen (Quelle WiWo Kroker).

Aber auch die anderen Plattformen strotzen vor Wachstum, Traffic und Interaktionen. Das macht es für Werbetreibende nicht gerade einfach.

Wer sich bei YouTube als Filmemacher durchsetzen will, muss sich zwischen den 4.5 Mio geschauten Videos hervortun. Wer gerade gerne Games spielt und diese bei Twitch streamed, hat es mit 999.999 Konkurrenten zu tun.

Und wenn ihr mal eben plant, eine App zu machen … ich kann euch nur sagen, wird auch nicht einfacher. Packt schon mal ein wenig „Media-Budget“ ein, denn gerade in den letzten 60 Sekunden wurden schon wieder 390.000 andere Apps runtergeladen.

Fokus und Nachhaltigkeit sind oberste Maxime

Wer Erfolg im Netz haben möchte, braucht Durchhaltevermögen. Egal wie das Geschäftsmodell aussieht. Denn kaum bist du auf dem Markt und dein Produkt oder deine Dienstleistung funktioniert, gibt es jemanden der es nachbaut oder dir das Leben schwierig macht. Trotzdem sollte man sein Ziel vor Augen behalten. Denn eines ist klar.

Markenbildung ist keine Maßnahme, es ist ein Prozess

Und mit dem Wert der Marke steigt auch die Akzeptanz. Und mit der Akzeptanz die Wahrscheinlichkeit, dass es doch eine Wahrscheinlichkeit gibt, sich eine Minute auf den mobilen Displays und den Herzen der Konsumenten zu verewigen. Jeden Tag.

Über den Autoren:

André Paetzel
André Paetzel
Mein ein Name ist André Paetzel und ich bin 31 Jahre jung. Ein echtes Kind des „Ruhrpotts“. Nach meinem Abitur zog es mich ins Rheinland, wo ich in die Medienwelt eintauchen durfte. Heute bin ich als Head of Brand bei Kienbaum tätig.
Seit nun mehr 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Marken im Kontext der Digitalisierung. Diese Welt reizt und inspiriert mich.

In meinen #MicroMoments halte ich sie für euch und mich fest.

Weitere #micromoments: