KW36 #LiquidInspiration: Massenkommunikation-Trends 2019

Netflix, YouTube & Co haben bei den 14-29 Jährigen die Nase vorn … War das nicht schon die letzten 5 Jahre so? Gefühlt schon, aber basierend auf den harten Zahlen und Fakten konnte nun erstmal ein Paradigmenwechsel nachgewiesen werden.

Auf einen Blick:

Erstmals liegt bei den 14- bis 29-Jährigen der Bewegtbild-Konsum im Internet klar vor dem im Fernsehen. Auf sieben Stunden Medienkonsum kommt die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren laut ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends 2019

Den größten Anteil der 420 Minuten verbucht dabei der Konsum von Video-Inhalten. Richtig spannend wird es aber erst, wenn man ein wenig tiefer eintaucht und sich das unterschiedliche Verhalten in den verschiedenen Zielgruppen betrachtet. In der Gesamtbevölkerung dominiert hier noch das Fernsehen gegenüber dem Online-Bewegtbild. Hier können die Sender noch ein stück weit auf die Loyalität ihrer Stammnutzer setzen. Bei den 14-29 Jährigen kommt das Fernsehen insgesamt nur noch auf 68 Minuten pro Tag, der Bewegtbildkonsum in Netz aber schon auf 81 Minuten.

Streaming Anbieter setzen neue Impulse

Netflix und Co wuchsen innerhalb eines Jahres in dieser Bevölkerungsgruppe von 44 auf 53 Minuten.


Bei den 14- bis 29-Jährigen ist eine deutlich andere Nutzung zu beobachten. Ihre für Medien aufgewendete Zeit ist mit 5:57 Stunden (357 Minuten) geringer als die der Gesamtbevölkerung. Von der Zeit zur Videonutzung werden 33 Prozent mit Fernsehen, live zum Ausstrahlungszeitpunkt, verbracht – 67 Prozent entfallen auf die zeitversetzte Nutzung von Fernseh- und Videoinhalten. 

Die Ergebnisse zeigen zwar, dass die 14- bis 29-Jährigen non-lineare Inhalte bevorzugen, dies bedeutet jedoch nicht, dass sie öffentlich-rechtliche Sender abwerten. Sie bewerten die öffentlich-rechtlichen Sender und Radioprogramme der Studie zufolge aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit, der hohen journalistischen Qualität, der Zuverlässigkeit und aufgrund regionaler Berichterstattung als positiv. 

Was wir daraus lernen können:

Zwar versuchen „lineare“ Sendeanstalten auch immer mehr Fuß im Netz zu fassen, allerdings merkt man, dass sie gegen die großen Plattformmodelle kaum ankommen. Natürlich kann ein Sender wie RTL mit RTLnow Boden gut machen, allerdings geht das auch immer mit der Frage der „strategischen Ausrichtung“ einher. Denn eine eigene Plattform bedeutet auch, dass diese beworben und bekannt gemacht werden muss. Marken stellt das vor die Herausforderung, gut abzuwägen. Denn inwieweit ich mich und meine Inhalte auf anderen Plattformen ins Spiel bringe, entscheidet gegebenenfalls darüber, ob ich überhaupt noch konsumiert werde.

Inspiration Files:

Ausführlicher Einblick in die Ergebnisse: ARD ZDF Studie

t3n: Studie bestätigt Paradigmenwechsel


Über den Autoren:

André Paetzel
André Paetzel
Mein ein Name ist André Paetzel und ich bin 31 Jahre jung. Ein echtes Kind des „Ruhrpotts“. Nach meinem Abitur zog es mich ins Rheinland, wo ich in die Medienwelt eintauchen durfte. Heute bin ich als Head of Brand bei Kienbaum tätig.
Seit nun mehr 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Marken im Kontext der Digitalisierung. Diese Welt reizt und inspiriert mich.

In meinen #MicroMoments halte ich sie für euch und mich fest.

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